Grünanlagenpflege

Grünanlagenpflege war bereits im Altertum ein Thema, z.B. die "Hängenden Gärten der Semiramis" gehörten schon lange vor der "Neuzeit" zu den Weltwundern.

Ebenso dokumentierten die ägyptischen Pharaonen ihre Macht und Wohlhabenheit durch die Anlage atemberaubend schöner Gärten, die zu Zeiten des pharaonischen Weltreichs Gesandte der mit Ägypten Handel treibenden Völker beeindrucken sollten.

In Europa waren es dann zunächst auch Feudalherrscher wie Könige, Fürsten und von ihnen begünstigter Adel, die das Thema pompös ausufernder Gärten und Parks für sich entdeckten, um konkurrierende Herrscher zu beeindrucken. Dabei kam es immer wieder zu kuriosen Exporten von Grünanlagen-Gestaltungen - Beispiele seien hier der Englische Garten in München oder der Park Theresienstein in Hof/Saale, aber ebenso Prachtgärten im russischen St. Petersburg, die maßgeblich von italienischer und französischer Barock-Überfrachtung gekennzeichnet sind.

Natürlich gingen diese Entwicklungen stets mit erforderlicher Grünanlagenpflege Hand in Hand. Ungelernte Hilfskräfte konnten hier häufig mehr Schaden als Nutzen anrichten. So ergab es sich bis in die aktuelle Zeit hinein ganz von selbst, dass studierte Botaniker, Gartenarchitekten und Landschaftsgärtner als Berufsbilder geboren wurden, die insbesondere bei der Grünanlagenpflege in historischen oder großen öffentlichen Anlagen längst unentbehrlich geworden sind.

Sehr zum Bedauern der Besucher öffentlicher Parkanlagen - ob nun historischer Herkunft, ergänzend zu Altenheimen, Kliniken oder Freizeitzentren neu hinzugefügt - ist die Grünanlagenpflege h­eute zu einem Kostenfaktor geworden, der die knappen Kassen der Öffentlichen Hand häufig überfordert. Denn neben solchen Vorzeigeobjekten müssen auch begrünte Mittelstreifen von Stadtautobahnen, Randstreifen mit Grünbewuchs in suburbanen Bereichen oder die Einbettung von Kinderspielplätzen entsprechend gepflegt werden - nicht zu vergessen saisonal mit Blütenflor bestückte Beete in innerstädtischen Fußgängerzonen.

Und hier "hakt" es dann leider doch bisweilen heftig. Für Fachkräfte zur Grünanlagenpflege ­fehlt den Kommunen das Geld; sogenannte 1-Euro-Jobber oder vom Jobcenter zugeordnete Praktikanten lassen es gelegentlich ebenso an Fachkenntnis wie an Einsatzwillen fehlen. So bleiben "weniger relevante" öffentliche Grünflächen leider häufig aus Kostengründen unbeaufsichtigt - und wirken dann nicht selten mit unerfreulichen "Zusätzen" wie Hundekot zunehmend unattraktiv für jeden Besucher.

Auch wenn es teuer erscheinen mag: jede Kommune sollte bedenken, dass der "weiche" Standortfaktor gepflegter Grünanlagen als Erholungselement für manchen potenziellen Neubürger entscheidend für den Zuzug sein kann.


KW 08 - Dienstag, 21. Februar 2017